Wann muss Trinkgeld versteuert werden & wann doch nicht?

Gerade im gastronomischen Bereich, Gastgewerbe oder bei Dienstleistern geben Kunden als Ausdruck ihrer Zufriedenheit gerne Trinkgeld.

 

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Inhalt

Trinkgeld versteuern
Trinkgeld ist nicht gleich Trinkgeld
Steuerfreies freiwilliges Trinkgeld für Arbeitnehmer
Steuerpflichtiges Trinkgeld für Arbeitnehmer
Steuerpflichtiges Trinkgeld für Unternehmer
Paymash Trinkgeldabfrage
Checkliste - Wann bleibt Trinkgeld steuerfrei

Trinkgeld versteuern

Gerade im gastronomischen Bereich, Gastgewerbe oder bei Dienstleistern geben Kunden als Ausdruck ihrer Zufriedenheit gerne Trinkgeld. Doch dieser Zusatzverdienst kann Unternehmen bei nicht ordnungsgemäßer Verbuchung teuer zu stehen kommen. Damit du nicht in die Trinkgeldfalle tappst, klären wir dich auf, was es alles zu beachten gibt.


Trinkgeld ist nicht gleich Trinkgeld


Laut Statistik geben zufriedene Kunden in Deutschland ein Trinkgeld in Höhe zwischen 5 und 10 Prozent der Rechnung. Dabei darf jedoch nicht jedes Trinkgeld in kompletter Höhe behalten werden. In steuerrechtlicher Sicht gibt es drei verschiedene Arten von Trinkgeldern, die du unterscheiden musst:

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Steuerfreies freiwilliges Trinkgeld für Arbeitnehmer


Diese Art von Trinkgeld wird vom Kunden freiwillig, ohne Rechtsanspruch und zusätzlich zum vereinbarten Entgelt an den Arbeitnehmer ausgegeben. Dabei spielt es auch keine Rolle, wie hoch das Trinkgeld ausfällt. Geregelt wird die Steuerfreiheit seit 2002 im „Gesetz zur Steuerfreistellung von Arbeitnehmertrinkgeldern“ (BGBl I 2002, 3111). Damit die Steuerfreistellung auch greift, darf keine Trinkgeldempfehlung (Bedienungszuschlag) in der Speisekarte oder ähnliches vermerkt sein. Das Trinkgeld bleibt nur steuerfrei, wenn der Arbeitnehmer es direkt erhält und darf auch nicht in einen Tronc gegeben werden. Trinkgelder aus einer gemeinsamen Trinkgeldkasse, die z.B. bei einer Arztpraxis oder beim Friseur auf dem Theresen steht, bleiben für die Arbeitnehmer steuerfrei.


Steuerpflichtiges Trinkgeld für Arbeitnehmer durch Rechtszuspruch aus Bedienzuschlägen, Anerkennungsprämien, Tronc


Wenn das Trinkgeld ohne persönlichen Bezug und mit Rechtsanspruch gegeben wird, dann ist es steuer- und sozialversicherungspflichtig. Dies ist der Fall bei festgelegten Bedienzuschlägen oder Anerkennungsprämien im Arbeitsvertrag. Die Höhe der festgeschrieben Trinkgelder wird dann mit dem Lohn ausgezahlt. Dies ist z.B. der Fall für Metergelder im Möbeltransportgewerbe, Bedienzuschläge in der Gastronomie und Gastgewerbe oder bei Fahrgeldern. Trinkgelder aus einem Tronc in Spielbanken sind laut Bundesfinanzhof (BFH) ebenfalls steuerpflichtig.


Steuerpflichtiges Trinkgeld für Unternehmer


Sofern Unternehmer direkt Trinkgeld erhalten, z.B. wenn sie selbständig als Friseure, Handwerker, Taxifahrer oder Lieferdienst arbeiten, dann zählt zusätzlich erhaltenes Geld vom Kunden als Einnahme und somit als umsatzsteuerpflichtigen Entgelt und muss ordnungsgemäß aufgezeichnet werden.
Da also nicht alle Trinkgelder steuerfrei sind, achten Betriebsprüfer in trinkgeldreichen Branchen auf die ordnungsgemäße Aufzeichnung und können im Zweifelsfall seit 2018 eine unangekündigte Kassennachschau durchführen.


Paymash Trinkgeldabfrage


Damit es erst gar nicht soweit kommt, sind unsere Paymash Kassen mit einer Trinkgeldabfrage ausgestattet. So hast du die Möglichkeit, den Endbetrag inklusive Trinkgeld einzugeben oder das Trinkgeld extra zu verbuchen und zu bonieren. Somit werden die steuerpflichtigen Einnahmen ordnungsgemäß aufgezeichnet und beim Tagesabschluss aufgeführt.


Checkliste - Wann bleibt Trinkgeld steuerfrei


Trinkgeld bleibt also nur steuerfrei, wenn der Empfänger ein Arbeitnehmer, also Angestellter ist und folgende Bedingungen zutreffen:

  • Trinkgeld wir direkt von Dritten (Kunden) gezahlt
  • Zahlung erfolgt freiwillig
  • Verzicht auf Rechtsanspruch
  • Zahlung wird als zusätzliche Vergütung übergeben

 

Paymash Advice: Unternehmer können also nie von Trinkgeldern profitieren und müssen diese immer als Betriebseinnahme verzeichnen und ordnungsgemäß aufzeichnen. Daher ist es zeitsparend und sicher auf ein Kassensystem mit Trinkgeldabfrage zu setzen.

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